Bad Liebenstein - das älteste Heilbad Thüringens
Zeugnis der Erschließung der Casimirquelle als älteste Heilquelle Liebensteins ist die in den Stadtarchiven aufgefundene Brunnenschrift von 1610.
In diesem Jahr wurde die gefundene Quelle durch Herzog Casimir gereinigt und ausgebaut, 4 Jahre später entstand die Steintreppe und das Geländer um den Brunnen. Doch schon bald reichte das Wasser nicht mehr aus und es mussten neue Quellen erschlossen werden.
Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Quellen verwüstet. Erst im Jahre 1677, mit dem Übergang von Liebenstein an den Herzog Bernhard den 1. von Sachsen- Meiningen kam der Ort zu neuer Blüte als Heilbad. Der Brunnen bekam ein Dach und es wurden Unterkünfte für die nun zahlreichen Besucher der Heilquelle geschaffen.
1791 entdeckte Herzog Georg von Sachsen- Meiningen Liebenstein und seine Heilquellen für sich. Es entstand ein Badehaus, ein Schauspielhaus und eine Kurpromenade.
Der durch den Meininger Herzog gegründeten Liebensteiner Brunnengesellschaft gehörten neben Herzögen und Fürsten auch viele Gelehrte, Dichter und Künstler an. Das Meininger Hoftheater und die Hofkapelle sorgten im Sommer für die Zerstreuung der illustren Gäste, zu denen auch 1803 Charlotte von Stein gehörte. 1840 ließ Herzog Bernhard der II eine staatliche Kaltwasserheilanstalt einrichten.
In den 50er und 60er Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden viele prägende Gebäude, die teilweise auch heute noch in ihrer ursprünglichen Form erhalten sind: Hotel Charlotte, Haus Gonnermann, Villa Feodora, Haus Bernhard, Villa Georg....

Nach zahlreichen Besitzerwechseln der Kurgesellschaft durfte sich Liebenstein ab 1907 mit dem Titel Bad schmücken.
Bis zum 2. Weltkrieg blieb es aber der Aristokratie vorbehalten. Während des Krieges wurden Lazarette eingerichtet und Verwundete gepflegt.
Die Zeit zwischen 1948 und 1990 war geprägt von Erholungskuren für Arbeiter und Bauern. Bad Liebenstein gelangte als Volksheilbad zu neuer Blüte.
Nach der politischen Wende versucht sich die Stadt, als größter Reha- Standort Thüringens zu etablieren.